Krebs durch schwarze Tattoos?
Die meisten Menschen meiden krebserregende Substanzen. Erstaunlich ist daher das 10 Prozent der Deutschen krebserregende Substanzen freiwillig auf ihrer Haut tragen.
Schwarze Tattoos bergen mit polyaromatische Kohlenwasserstoffe und Russ ein unheilvolles Potenzial. Die Dermatologische Universitäts-Klinik Regensburg erhob genauere Daten bei 3411 tätowierten Menschen. Viele von ihnen waren grossflächig und zum Teil an mehreren Stellen tätowiert. Davon trugen 60 Prozent rein schwarze Tattoos. 67 Prozent berichten, direkt nach der Tätowierung unter Schmerzen, Brennen, Blutungen oder Schwellungen gelitten zu haben.
Unter chronischen Juckreiz, Papeln und Ödeme litten 6 Prozent der Hautverzierten. Das kann unter anderen an der chemischen Zusammensetzung der schwarzen Farbe liegen. Es ist erschreckend was die Tinte teilweise beinhaltet. An die Russ-Teilchen sind polyaromatische Kohlenwasserstoffe gebunden, besonders toxisch: Benzopyren. Die Russ-Teilchen (Carbon-Black) kommen auch in Autoreifen vor. Die karzinogenen Substanzen aus dem schwarzen Tattoo können in die Haut gelangen.
Ein weiteres Gift sind die in nicht unbeträchtlicher Menge vorkommenden Weichmacher. In Arzneimitteln, Kosmetika und Kinderspielzeug sind diese gefährlichen Substanzen verboten. Keine gesetzliche Regelung dagegen gibt es im Hinblick auf Tattoo-Farben. Unter Sonneneinwirkung können die polyaromatischen Stoffe in der Haut reaktive Sauerstoffspezies(ROS) bilden. Risiken birgt auch die Entfernung der Tattoos mit dem Laser. Der Strahl des Lasergerätes erhitzt die Pigmente sehr stark und zerlegt sie in farblose Moleküle. Das kann die Polyaromaten in hochaktive Intermediate aufspalten. Dadurch können auch Karzinogene freigesetzt werden und in den Körper gelangen.
Jetzt setzen die Dermatologen aus Regensburg auf den Gesetzgeber. In der von 2009 gültigen Tätowiermittel-Verordnung befindet sich eine Negativliste, die schon einige Stoffe enthällt. Für die roten Azofarbstoffe gibt es schon ein Verbot. Ein weiteres Verbot für die Inhaltsstoffe in der schwarzen Farbe sollte jetzt folgen.
















