Schneller als der Schall, ohne einen Höllenlärm zu verursachen?
Schimpfend flatert eine Spottdrossel davon, als die Northrop T-38C Talon des Jagdgeschwaders 74 der Bundeswehr in Texas mit einem lauten Knall über ihren Kopfhinwegsaust. Der Störenfried aus Metall rast schneller als der Schall (*). Wegen des gehörigen Lärms, den das verursacht, trainiert die Bundeswehr diese Flüge meist über wenig bewohnten Gebieten, etwa in den USA.
Doch Techniker des NASA-Projekts Lancets untersuchen derzeit, wie sich der laute Überschallknall mildern lässt. Dafür führen die NASA-Wissenschaftler derzeit Testreihen und aerodynamische Berechnungen an umgebauten F-15 Kampfjets durch.
Besonders geeignet für den “leisen” Überschallflug ist nach bisherigen Erkenntnissen ein schlanker, pfeilförmiger Jet mit eingeschnürter Taille in der Mitte des Rumpfes. Offenbar verändert sich durch diese Form der Schallkegel, der vom Flugzeug ausgeht. Denn eine Schallmauer im strengen Wortsinn gibt es nicht. Jenseits von 1’200 Kilometern pro Stunde straut ein Flugzeug vielmehr die Luft kontinuerlich vor sich auf. Darauf entstehen zwei Schockwellen, eine an der Nase, die andere am Heck des Flugzeugs, die sich von dort wie Kegel bis zum Erdboden ausbreiten. Diese zieht der Jet im rasenden Flug hinter sich her – als Knall erscheint diese “Lärmschleppe” dem Menschen am Boden nur, weil sie in Sekundenschnelle über ihn hinwezieht.
Details will Projektmanager Timothy Moes noch nicht perisgeben. Aber die Ergebnisse der NASA sollen irgendwann auch für den Zivilverkehr nutzbar sein. Allerdings kaum für Linienmaschinen. Überschallversionen werden vor allem wegen ihres hohen Spritverbrauchs nicht mehr gebaut. Auch eine Wespentaille würde ihn nicht senken. Die Concorde benötigte etwa viermal so viel Treibstoff wie ein Jet im Unterschallbereich.
(*) – Als Erster durchbrach Charles Yeager 1947 die Schallmauer – die sich wie ein Kegel vom Flugzeug zum Erdboden ausbreitet.
















