Sinnvoll oder nicht? Jatropha für Biodiesel

Sinnvoll oder nicht? Jatropha für Biodiesel

Die Pflanze ist als Purgiernuss bekannt und stammt aus der Familie der Wolfsmilchgewächse. Ursprünglich wuchs Jatropha nur in Amerika, aber inzwischen wird sie in fast allen tropischen bzw. subtropischen Zonen angebaut. Da die Samen in den Nüssen der Purgiernuss stark ölhaltig sin, werden sie in der Medizin eingesetzt. Unter Zugabe von Methanol ist es möglich, sie zu Biodiesel zu verarbeiten.

Keine Neuigkeiten

Das Verfahren ist schon länger bekannt, und die Vorteile der Pflanze schienen eigentlich ganz klar: Da die Pflanze anspruchslos ist und auf kargen Böden wächst, kann sie der Luftverschmutzung in Ländern wie Indien entgegenwirken. Sie kann den Bauern durch die Produktion von Biodiesel, der lokal vertrieben werden kann, ein Einkommen sichern.
Die Blätter und Früchte von Jatropha sind weder für Menschen noch für Tiere essbar, deshalb wird die Pflanze in Afrika traditionell als Schutzhecke genutzt und um Felder mit Nutzpflanzen gesetzt. Schon vor 25 Jahren wurden in Mali die ersten Erfolge in der Nutzung von Jatropha-Öl als Treibstoff im Sinne von Biodiesel erzielt.
Dieser Diesel lässt sich sehr kosteneffizient herstellen, und den Menschen in den ärmsten Ländern der Welt kann er ein Einkommen bringen. Die Bedingung dafür ist allerdings, dass der Transportweg des Biodiesels vom Produzenten bis zum Verbraucher sehr kurz ist – sonst treiben Zwischenhändler den Preis in die Höhe.

Uneingeschränkt schädlich

Dank der intensiven Befürwortung der Nutzung von Jatropha zur Gewinnung von Biodiesel werden nun langsam die Schattenseiten des Booms deutlich: Vor allem in Indien wird Jatropha nicht mehr auf kargen Böden, auf kleinsten und unwirtlichen Flächen angebaut, die für Nahrungspflanzen untauglich sind, sondern auf gutem Ackerboden. Der Boden, auf dem Jatropha wächst, kann also nicht mehr der Nahrungsproduktion dienen – das vergrößert die Not der Ärmsten, anstatt sie zu lindern. Denn gerade nutzbares Ackerland für den Anbau von Nahrung ist es, was in den ärmsten Regionen der Welt so bitter benötigt wird.

Die staatliche Förderung des Anbaus von Jatropha hat sich dabei als großes Problem herausgestellt. Eigentlich sollten die Fördermaßnahmen dazu dienen, dass Landwirte in armen Regionen sich nun auch um das brachliegende, karge Land bemühen und dort (nicht auf dem kultivierten Ackerboden) zusätzlich Jatropha anbauen.

Das wichtigste Argument der Befürworter von Biodiesel aus Jatropha-Öl ist nun ausgehebelt: Entgegen aller vorheriger Annahmen steht Jatropha sehr wohl in Konkurrenz zu Nahrungspflanzen und Nahrungsmitteln. Hinzu kommt, dass Schwellenländer wie Indien ihren CO2-Ausstoß durch den Anbau von Jatropha nicht, wie erhofft, vermindern können. Selbst wenn ein Teil der für die Produktion von Biodiesel genutzten Pflanzen auf bislang nicht bewirtschaftetem Grund angebaut wird, so wird der aus Jatropha gewonnene Biodiesel immer dazu dienen, in den stetig wachsenden Städten den explodierenden Treibstoff-Verbrauch zu decken. Und in die Städte muss der Biodiesel erst einmal kommen – gar nicht so einfach bei den benötigten großen Mengen, die nicht in unmittelbarer Umgebung produziert werden können.

Quellen und weiterführende Informationen:
- Biodiesel,
- Jatropha – Wikipedia,
- Jatropha – Mbinga,
- Jatropha Platform.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/6441/


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One Response to “Sinnvoll oder nicht? Jatropha für Biodiesel”

  1. klm 15. Oktober 2011 at 09:39 #

    Ist es wirklich ein Boom? In manchen Ländern wird schon wieder aufgegeben. Möglicherweise zu früh. Aber das ist die Folge, wenn Glücksritter Aktionäre und Bauern über den Tisch ziehen und dann die Erwartungen nicht erfüllt werden.

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